Ballenbergwurst

Ballenbergwurst

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Seit jeher wurde in den landwirtschaftlichen Haushalten gegen Weihnachten oder in der Altjahrswoche eine Hausmetzgete durchgeführt. Dabei wurde ein oder mehrere Alpfährli geschlachtet. Lebensmittel wurden sorgfältig verwertet und so wurden beim Schlachtfest auch verschiedene Wurstwaren hergestellt. Das Originalrezept aus von Bergmanns Ballenbergwurst ist mehrere Generationen alt und geht auf diese Tradition zurück. Im Jahr 1977, 1 Jahr vor der Eröffnung des Freilichtmuseums Ballenberg, hat der frisch gewählte Pächter des Restaurants Alter Bären auf dem Ballenberg Hans Müller Rueff seinen persönlichen Bekannten Robert Bergmann gebeten, für das Restaurant eine traditionelle Emmentaler Rauchwurst und einen feinen Rohessspeck zu machen. Bergmann war Metzgermeister und stammte aus einer alteingesessenen Familie aus Bolligen im Emmental. Schon seine Vorfahren waren Metzger und Landwirte. Daher hatte Robert ein Familienrezept zur Hand und begann im Herbst 1977, die „Ballenbergwurst“ zu produzieren. Die Spezialität fand grossen Anklang beim Publikum und die abgesetzten Mengen stiegen Jahr für Jahr. Neben dem Verkauf im Restaurant hat Robert mit seiner Familie auch manchen Sonntag mit einem kleinen Stand neben dem Brunnen beim Bären gestanden und den Besuchern seine Wurst und auch den Speck verkauft. Nach Bergmanns Originalrezepten stellen wir noch heute die feinen Ballenbergspezialitäten her. Der Verkauf wurde auch durch Marktbesuche gefördert. Durch diese Tätigkeit hat Bergmann mit seiner Ware als willkommener Nebeneffekt eine breite, unbezahlbare Werbung für den schönen Ballenberg gemacht und so mitgeholfen, das Freilichtmuseum in der Schweiz bekannt zu machen. Kurz vor dem Ableben von Bergmann hat das Freilichtmuseum begonnen, die Wurst und die anderen Produkte mit neuen Rezepten als Parallelprodukt zu produzieren. Die Tochter Franziska Bergmann hat in der Folge versucht, den Betrieb mit den Originalrezepturen weiterzuführen und mit Privatkundschaft, den Märkten und weiteren Abnehmern den Umsatz zu halten. Leider hat dies nach einigen Jahren zum Konkurs der Firma geführt. Um die Produkte weiterhin der treuen Stammkundschaft anbieten zu können, hat Franziska die Zusammenarbeit mit der alteingesessenen Metzgerei Abplanalp in Innertkirchen gesucht und gefunden. In diesem Betrieb wird nach wie vor das traditionelle Handwerk gepflegt und alte Rezepte bewahrt und auch angewendet. Ein gutes Beispiel dafür sind die Bauernschweinswürste, die originellen „Hausgemachten“, und der mit Goldmedaille prämierte, legendäre „Gumpesel“. Daneben werden auch viele neuzeitliche Fleisch- und Wurstwaren gepflegt. Abplanalps haben übrigens selber Wurzeln ins Emmental, ds Grosi der heutigen Generation, Lina Abplanalp- Salzmann, stammte aus dem Schangnau. Die Bergmannprodukte werden nun nach den alten Originalrezepten von Abplanalps hergestellt. Dadurch ist gewährleistet, dass dieses authentische Produkt auch in Zukunft angeboten werden kann.